Das Ding mit den Zahlen

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Das Ding mit den Zahlen

2.304

Eine Zahl. Tendenz? Steigend. Jeden zweiten Tag werden 2 hinzugezählt. Mindestens. Wenn es keine Fehlpunktion gibt.

Richtig.

2.304 steht für die Anzahl Nadeln, die ich bis jetzt in 8 Jahren Dialyse gelegt bekommen habe. 2 jeden 2. Tag. 3x täglich die Woche. Fehlpunktionen nicht einberechnet.

Diese verdrängt man.

Blauerfleck, oder Kunst

Gerade am Anfang leuchtete mein Arm durch die ganzen Fehlpunktionen und die dadurch entstandenen blauen Flecken in allen Farben des Regenbogens.

Aber diese Nadeln sind wichtig.

Überlebenswichtig.

Dialyse ist Blutwäsche. Blut läuft bei uns durch die Venen.

Für die Dialyse sind diese aber zu klein, sie würden platzen, denn pro Minute geht während der Behandlung bis zu 300ml Blut hinaus und wieder hinein und das schaffen unsere normalen Gefäße nicht.

Deshalb wird ein sogenannter Shunt angelegt. (Wenn man schnell an die Dialyse muss, oder auch oft bei älteren, gibt es eine Alternative, dazu wann anders mehr). Ein Kurzschluss in der Arterie/Vene. Diese Vene muss dann „reifen“ durch kneten mit Stressbällen und auch der Punktion.

Meine Venen im linken Arm unten sind mittlerweile ca daumendick.

Wenn man die Hand auf den Arm legt, fühlt man das Blut rauschen, wenn man das Ohr drauflegt, hört man es sogar und es vibriert leicht. Davon merke ich so aber nichts. Dennoch muss ich sehr auf diesen Arm aufpassen. Denn da ist Bums hinter.

Würde ich mich schneiden und bekäme die Blutung nicht gestoppt, wäre ich sehr schnell verblutet. Einige Aktivitäten sollte man auch lieber meiden. Deshalb hab ich mich entschieden nicht mehr auf Skibretter, Schlittschuhe und Co zu steigen, da ich zu viel Angst habe.

Der Shuntarm darf auch nur vom Dialysepersonal benutzt werden.

Blutdruckmessen, Impfen, Blutabnahme, eine Armbanduhr, oder Schmuck sind an diesem Arm tabu. Einen zu engen Pullover/Shirt oder Handschuhe sollte man auch nicht tragen.

Damit man so viel Blut in der Minute aus dem Arm bekommt, müssen die Nadeln entsprechend dick sein. Nehmt eine Butterfly von der Blutabnahme mal drei, dann habt ihr ungefähr die Größe der Nadeln.

Ansonsten bleiben die Nadeln die gesamte Dialysezeit im Arm stecken, werden mit Schläuchen an die Dialysemaschine verbunden und los gehts.

Wenn sie nach der Behandlung gezogen werden, muss man abdrücken.

Es gibt Hilfen, aber selbst mit Fingern ist besser. Denn wenn der Shunt zu sehr gequetscht wird, kann er zugehen. Normalerweise sollte man 10 Minuten abdrücken, damit das Einstichloch verschlossen ist.

Ist man zu schlampig, kann dies auch mal wieder aufgehen und es blutet durch.

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von Franzii

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