Das Ding mit dem Trinken

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„Trink, die Nieren müssen gut durchgespült werden.“

 „Du musst mehr trinken.“

Wer hat das nicht schon öfters gehört „Du musst mehr trinken, denk an deine Nieren.“.

Bei einem gesunden Menschen macht es auch sehr viel Sinn, mindestens 2-3 Liter pro Tag zu trinken. Dies ändert sich jedoch, wenn man an die Dialyse muss.

Hier kann zu viel trinken tödlich sein.

Wenn die Nieren nicht mehr wirklich arbeiten, entgiften sie nicht und sorgen grob gesagt dafür dass man nicht mehr pinkeln kann. Flüssigkeit (Getränke, Salat, Soßen, Obst, Joghurt etc) sucht sich einen anderen Weg. Anfangs sind es angeschwollene Füße/Beine. Wenn es mehr wird, oder doof läuft, läuft es in die Lunge und man hat Luftnot, bis hin zum ersticken.

Was tun?

Man muss also schauen was noch rausgeht. Dafür wird ein 24 Stunden Urin gemacht. 24 Stunden wird der Urin gesammelt und aufgeschrieben, was getrunken wurde. Danach rechnet man auf die ausgeschiedenen Menge noch 500 mm hinzu (diese Menge verbraucht jeder täglich durch atmen und schwitzen. Ja auch beim Atmen verbrauchen wir Wasser, krass ne?) Wenn man also gar keine Ausscheidung mehr hat (Mehrheit der Dialysepatienten im Laufe der Dialyse) darf man innerhalb eines Tages nur 500 ml Flüssigkeit zu sich nehmen. Dazu zählen auch Suppen, Obst, Gemüse, Pudding, Eis US W.

Ohne Ausnahme.

Auch im Sommer (Wobei hier mal 200-300ml mehr gehen, wenn man mehr schwitzt. Mit der Zeit hat man das raus) man bekommt an der Dialyse kommt ein so genanntes Trockengewicht. Auf diese sollte man nach jeder Dialyse kommen. Vor der Dialyse muss man sich wiegen. Die Differenz ergibt dann die Menge Flüssigkeit, die Während der Dialyse mit der Maschine neben der Entgiftung aus dem Körper entzogen wird.

Es sollte zwischen zwei Dialysen 3 % des individuellen Gewichts nicht übersteigen. (60 kg Körpergewicht gleich 1,8 Kilo Gramm Zunahme) meist wird noch 500 ml für Maschine und Essen plus trinken während der Dialyse hinzugezählt.

Wenn einem ständig zu viel Flüssigkeit während der Dialyse entzogen wird, geht es ziemlich auf das Herz. Außerdem bekommt man wenn man sich nicht an die Trinkmenge hält relativ schnell Luftnot bis teilweise einige ersticken. Man muss sehr diszipliniert sein. Dialyse ist auch wesentlich entspannter wenn man nicht so viel Flüssigkeit mit hat. Einige Mitpatienten treiben es gerne bunt und bringen oft an die +4-6 kg Wasser mit. Dieses ist auch schädlich für das Herz da es mehr arbeiten muss.

Wenn das Gewicht nicht stimmt, merkt man das relativ schnell an zu niedrigem Blutdruck und Krämpfen. Bei uns wird das Gewicht einmal im Quartal mittels Röntgenbild vom Thorax geprüft, ob es o. k. ist, oder verändert werden muss. Im Laufe der Zeit hat man Tricks wie man trinken spart. Schluckt Tabletten so, trinkt nur aus kleinen Flaschen. Im Sommer viel mit Zitrone oder Bitter Lemmon. Wenn man weiß, man geht abends weg, spart man tagsüber Flüssigkeit. Spontan ausgehen ist hingegen doof, wenn man nur ein Glas oder gar nichts trinken kann. Und ständig sagen muss man hat keinen Durst. Man wird komisch angeschaut.

Deswegen: trinkt, trinkt, trinkt…solange ihr könnt!!!

Prost.

 

P.S. Natürlich ist es wichtig, was man trinkt. Dabei sollte man möglichst auf Getränke, die Durst löschen beschränken. Auch sollten sie wenig Kalium haben, also Fruchtsäfte sind eher sehr schlecht (später mal mehr bei Ernährung). Des Weiteren soll man ja auch auf Phosphat verzichten, deshalb empfiehlt sich Cola in Mengen(es gibt einige Ausnahmen, ohne Phosphat) zu meiden.

Auch Wasser hat unterschiedliche Kaliumwerte, ich hatte dazu mal eine Umfrage gemacht https://twitter.com/spatzendame/status/951152321488216069?s=21
ziemlich unglaublich, nicht.

deshalb: Wasser mit wenig Natrium und Kalium

Über den Autoren

von Franzii

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